Chronik zum 50 jährigen Bestehen

des WSA

 

Gründung

 

In den ersten

Jahren nach Kriegsende trafen sich an den Wochenenden etliche junge Leute und Freunde in

der Eifel am Rursee.

Man zeltete auf einem gemeinsamen Lagerplatz

und verbrachte so manche Zeit bei Sport und

Geselligkeit. Bald kam der Gedanke auf,

selbst ein Paddelboot zu besitzen. Da aber das

Geld knapp war, wurden die ersten Boote

 in Eigenbau hergestellt.

In den Jahren 1951 bis 1952 wurde es schon immer schwieriger, den ruhigen Platz für

die gewohnte Form des wassersportlichen Gemeinschaftslebens zu finden.

Es begannen Überlegungen und Diskussionen

darüber, sich als Wassersportverein zu organisieren

und einen Zeltplatz zu erwerben. Unser Freund

Karl Specht war es, der die Vereinsgründung

energisch vorantrieb.

 Im Winter 1953 war es dann soweit. Am 11. Oktober fand die Gründung des Vereins mit 21

Mitgliedern statt. Die Mitgliedschaft im Deutschen Kanuverband begann nur wenig später. Um

die gleiche Zeit wurde das Gelände in der Schilsbachbucht angepachtet. Der junge Verein hatte

seine erste Heimstatt. Uns allen wird die schöne Talwiese, in deren  Mitte Lagerfeuer und

Fahnenmast auch Mittelpunkt unseres geselligen Lebens waren, unvergessen sein.

Durch die Mitgliedschaft im Deutschen Kanu Verband ergaben

sich Kontakte zu anderen Vereinen. Das Interesse an

Wanderfahrten und Wettkämpfen stieg schnell an. Der Drang,

ehr von der Welt zu erfahren,  als der Umkreis des heimatlichen

Rursees bieten konnte, war gewiß eine der Triebfedern, die zur

Gründung des WSA führte.Schon 1954 nahmen wir an der

Bezirksfahrt auf der Erft teil. Die Freude an Flußfahrten war

geweckt und die Faltboote wurden von mühselig Erspartem

angeschafft. Danach wurde regelmäßig an Gemeinschafts-

fahrten des Bezirks und anderer Vereine teilgenommen.

Im Jahr 1956 startete der Verein zur ersten, eigenen Urlaubsfahrt ins Ausland zum Vierwaldstätter

See in der Schweiz. Im Jahr danach wurde eine Ferienfahrt zusammen mit den Freunden des

Aachener Boots Club auf norditalienischen Flüssen gemacht.

Da die Teilnehmerzahlen immer größer wurden, mieteten wir in

den Jahren1958/1959 von der ASEAG einen großen Reisebus

und fuhren unter Leitung unseres ersten Vorsitzenden

Karl Specht nach Südfrankreich. Wir paddelten auf den

Flüssen Ardeche, Durance,  Tarn und anderen Flüssen.Diese

werden bis heute immer noch jedes Jahr von kleineren Gruppen

und Familien meistens zur Osterzeit befahren.

 

In den Achtziger Jahren war dieses Ziel besonders bei unserer damaligen Jugend sehr beliebt. Es

gab zu dieser Zeit Fahrten von bis zu 30 Jugendlichen, die mit Zelt und Booten mit unserem

heutigen ersten Vorsitzenden Norbert Kalthöfer, Jugendwart Thomas Hallmann und

Wanderwart Arno Flachskampf Lagerleben pur veranstalteten und viel Spaß und Freude auf den  

Flüssen und den kleinen verträumten Ortschaften

Südfrankreichs hatten.

In dieser Zeit frönten die Jugendlichen des Vereins aber auch anderen Wassersportaktivitäten wie

zum Beispiel dem Surfen. Auch hierzu gab es Aktivitäten die 1987 an die Costa Brava führte. Dort

herrschte jedoch der sagenumwobene Crans Montana – ein stark ablandiger Wind. So war es den

24 jungen Leuten nicht möglich, vor Ort zu bleiben und sie beschlossen zurück nach Südfrankreich

in die Nähe von Cap d'Agde zu fahren. Die Camarque und viele kleine südfranzösiche Städtchen

wurden erkundet und bis heute werden Geschichten rund um diese Fahrt erzählt, die auf

unnachahmliche Weise die damaligen Mitfahrer beeindruckt hat.

In all den Jahren des Vereinsbestehens waren so die Wanderfahrten ins Ausland und im Inland

eine schöne Bereicherung des Vereinslebens, das sich zur Zeit der Wende auch in den östlichen

Teil Deutschlands erweiterte.

Der Naumburger Kanuclub wurde ein guter und eng

befreundeter Club, mit dem rege Austausch in beide Richtungen

betrieben wurde. So gab es erstmals 1991 einen Besuch einer

Naumburger Delegation nach Woffelsbach zu unserem

Vereinsgelände.Gegenbesuche wurden in den folgenden Jahren

reichlich durchgeführt und die Kanuten nahmen oft an dem

Kirschblütenfest in Naumburg teil.  Bei diesen Fahrten wurden die

Unstrut und die Saale befahren und es entstanden viele private

Kontakte und Freundschaften unter den Kanuten.

Auch die Mecklenburgische Seenplatte wurde in den

neunziger Jahren befahren. Schwerin, Wismar und

Rostock wurden besichtigt. Die Müritz war ein Ziel

und auch das Elbsandsteingebirge fehlte nicht auf dem

Reisezielplan der Wasser-Sportfreunde.

 

Zu vergessen sind hier auch nicht die regen Kontakte zum Düsseldorfer Ruderverein 1880 e.V.,

dessen Jugendabteilung in den letzten Jahren

oftmals in den Sommerferien ein Lager- und

Trainingscamp auf unserem Vereinsgelände in

Woffelsbach durchgeführt hat.

 Zeltplatz und Bootshaus

 

Im Jahre 1960 wurde der Rursee aufgestockt und unser idylisscher Zeltplatz fiel ins „Wasser“.

Es entstanden fast unlösbare Probleme, da der Zeltplatz nur gepachtet war und Ersatzansprüche

rechtlich nicht geltend zu machen waren. Nach kurzem Schock erwachte der bewährte Tatendrang

der Wasser-Sportfreunde und einige Mitglieder begannen den Versuch, mit Plänen und Taten die

schwierigen Probleme zu lösen.Praktisch waren zunächst zwei Dinge erforderlich zum ersten: einen

zweckdienlichen Platz mit Aussicht auf behördliche Genehmigung zu finden und zum zweiten: das

Geld für den Kauf zu besorgen. Nach vielen, vielen vergeblichen Bemühungen zeigte sich eines

Tages ein Lichtblick.

Im Rahmen der Flurbereinigung wurde durch die

Behörde das „Sportzentrum Wildenhof“ geplant

und geschaffen. Es wurde uns in Aussicht

gestellt, sofern wir ein Grundstück in dem

betroffenen Gebiet besäßen,dafür im

Umlegungsverfahren einen Zeltplatz mit Seeufer

im Sportzentrum Wildenhof zu erhalten.

Nach vielen weiteren Bemühungen erfuhren wir, dass in Wildenhof eine Tannenschonung zum Preis

von 11.000,00 DM zum Verkauf stand. Da aber kein Geld dafür da war, erklärten sich aller

Mitglieder zur Gabe eines zinslosen Darlehens bereit. Die Tannenschonung wurde Anfang 1961

ekauft. So verließen wir schweren Herzens „unser Schilsbachtal“ und zogen auf unser neues

Grundstück. Im September 1961 wurde uns der heutige Zeltplatz zugeteilt.

Nun waren die Kameraden des WSA nicht zu

halten. Das undurchdringbare Dickicht von

Hecken und Sträuchern wurde gerodet.

Gleichzeitig wurden Bootshaus, Zeltplätze usw.

geplant. Alles wurde in schwerer Handarbeit

geschaffen.

 

Im Oktober 1963 erhielten wir die

Baugenehmigung. Bald darauf begannen alle

Mitglieder mit den schwierigen und schweren

Bauarbeiten für unser neues Bootshaus. Alle

anfallenden Bauarbeiten wurden von den

Mitgliedern in tausenden Arbeitsstunden selbst

ausgeführt. Ende1967 wurde unser Bootshaus

feierlich eingeweiht.

Nach Beendigung der Arbeiten am Bootshaus begann im Verein auch wieder der Drang nach

Bootsfahrten und Wanderfahrten. Erfreulich war, daß sich viele, auch Schüler und Jugendliche, um

die Leistungsabzeichen des DKV bewarben. Im Jahr 1977 erreichten wir erstmals 10.000 Wander-

Kilometer. Dies schafften wir ausnahmslos bis ins Jahr 1982.

Mit Stolz blicken wir auch auf

Manfred Kalthöfer

der im vergangenen Jahr das 8. mal in Folge das

Goldene Wanderfahrerabzeichen des DKV

bestätigt hat. Zudem ist er im vergangenen Jahr

das 20igste mal in Folge „Wanderfahrer des

Jahres“ in unserem Verein geworden.


 

Der Wettkampfsport

bei den Wasser-Sportfreunden Aachen

 

Anfang der 50iger Jahre begann in Deutschland der Slalom Sport und die Wildwasserrennen.  Im

Jahre 1955 startete unser Verein erstmals an einem Abfahrtsrennen und wurde in der

Gesamtwertung Zweiter.Eine Wende im Kanusport entstand, als die ersten Kunststoffboote

in den Handel gelangten. Etliche unserer

Mitglieder begannen mit dem Abfahrtsrennen.

Sie nahmen an sämtlichen regionalen

Veranstaltungen in NRW teil und errangen

schöne Erfolge. Mittlerweile wuchs unsere

Jugend heran und zeigte viel Interesse an

unserem Sport. Mit viel Eifer und Mühe wurde

trainiert. Im Sommer auf der Geul im

benachbarten Holland und im Winter in der Halle.

Trainiert wurden die Jugendmannschaften von

Willi Crombach, der mit viel Enthusiasmus und

Einsatzfreude hierfür seine Freizeit opferte. Bald

stellten sich die Erfolge ein. Es wurden viele

Siege und gute Plazierungen errungen.

 

   

Zu der Sportmannschaft von 1968 bis 1981 zählten Peter Kress, Jürgen Schneider,

Beate Kaiser, Brigitte Gentgen, Inge Valerius, Achim Becker, Claudia Köke,

Stefani Godding, Bernd Godding,Dorothe Pifer, Hubert Pifer, Inge Kriesinger, Axel

Kriesinger, Lutz, Michael und Gabi Rademacher. Und mit Margit, Norbert und

Manfred Kalthöfer und Bärbel und Willi Crombach

hatten die Wasser-Sportfreunde-Aachen zwischen 1968 und 1981 eine Sportmannschaft, die nur

 noch von der Kanu Hochburg wie Lippstadt,

Schwerte, Grevenbroich Bayer Uerdingen

sportlich in Nordrhein-Westfalen übertroffen

werden konnten. In der Bezirkswertung konnten

wir über Jahre hinaus den 3.Platz belegen. 

Besonders erfolgreich war Bärbel Crombach. Sie war 6 Jahre Mitglied im Deutschen National-

Kader der Slalom-Mannschaft. In ihrer 6 jährigen Zugehörigkeit nahm sie an einer

Weltmeisterschaft, an fünf Europa-Cup Rennen und an 19 internationalen Wettkämpfen teil: der

2. Platz im Einzel und der 1. Platz mit der Mannschaft Ulrike Deppe. Einer ihrer größten Erfolge war

beim Internationalen Slalom in Skopje (Jugoslawien) mit Susanne Ebers, dort ging sie mit der

damaligen gesamten Weltspitze an den Start und gewann den 1. Platz.

Insgesamt hat sie 24 mal den 1. Platz, 23 mal

den 2.Platz und 6 mal den 3. Platz belegt. 1973

und 1975 wurde sie westdeutsche Meisterin.

1977 wurde sie mit dem silbernen Becher der

Stadt Aachen ausgezeichnet und im selben Jahr

als Sportlerin des Jahres von der Stadt Aachen

ausgezeichnet.

Ebenso erfolgreich war die Familie Radermacher. Für Lutz, Michael und Gabi war 1981 das

erfolgreichste Sportjahr im WSA. Gabi ging bei 16 Slalom-Rennen im KI der weiblichen Jugend an

den Start. Sie errang 7 mal den 1. Platz, 6 mal den 2. Platz und 1 mal den 3. Platz. Ihr größter Erfolg

war der Titel „Deutsche Meisterin 1981“ in Kassel. In der B-Rangliste lag sie am Ende der Saison

auf dem 1. Platz. Für diese Erfolge wurde sie im C Kader des Deutschen Kanu Verbandes

eingestuft. Von der Stadt Aachen wurde sie mit dem Silber-Becher geehrt.Michael nahm an 17

Kanu-Rennen im Slalom teil. Er erreichte 8 mal den 1. Platz, 7 mal den 2. Platz und 2 mal den

3. Platz. Zum erstenmal durfte er in der A-Rangliste starten. Er nahm an 4 A-Ranglisten-

Rennen teil. Ergebnis war 2 mal der 18. Platz und 1 mal der 8. Platz. Am Ende der Saison erreichte

er den 19. Platz. Auch Michael wurde für seine guten Leistungen in den C Kader eingestuft. In der

Zeit der WSA Zugehörigkeit wurde.Michael 1975 Deutscher und Westdeutscher Schülermeister

und verteidigte diesen Titel 1976.Aber auch „unsere Sport-Väter“ Lutz Rademacher und

Willi Crombach waren lange Jahre hindurch erfolgreich. Sie verfolgten mit viel Leidenschaft und

Zielstrebigkeit diesen Sport.Willi Crombach konnte in der Klasse Herren Slalom KI AK A und B

11 mal den 1. Platz, 19 mal den 2. Platz und 15 mal den 3. Platz belegen. Bedeutende Siege

errang er in Bamberg beim Internationalen Slalom, in Hohenlimburg bei den Deutschen

Meisterschaften und in Wevelinghoven bei den Westdeutschen Meisterschaften.

Lutz Radermacher war in der Klasse Herren Slalom KI AK B. Er ging in seiner Klasse bei neun

Slalom-Rennen an den Start und errang 8 mal den 1. Platz und 1 mal den 2. Platz. In

Wevelinghoven wurde Lutz Bezirks- und in Hohenlimburg Westdeutscher Meister. So war er seinen

Kindern Gabi und Michael ein gutes Vorbild. Und sie errangen für unseren Kanuverein tolle Erfolge

auf die wir bis heute mit Stolz zurück schauen.Dank sei aber allen unseren Sportskameraden

gesagt, die in langjähriger Zugehörigkeit unserem Sport verbunden sind und mit Freude und

Einsatzbereitschaft an den Rennen teilgenommen haben.

   
Nicht zu vergessen sind hier auch unsere

Vereinsmitglieder, die in den siebziger und den

frühen achtziger Jahren die Slalomrennen an der

Oleftalsperre und auf der Rur in Heimbach mit

hohem persönlichem Einsatz durchgeführt haben

Die Ausrichtungen waren mit großem organisatorischen Aufwand

verbunden, haben aber unserem Sport und dem Vereinsleben einen hohen

Grad der Verbundenheit beschert und viele Kontakte zu anderen Vereinen

geschenkt.


 

Schlusswort

 

Die Wasser-Sportfreunde-Aachen e.V. haben in den vergangenen 50 Jahren eine Gemeinschaft

aufgebaut, in der sowohl Hochs als auch Tiefs vorkamen.Im Vordergrund stand zu allen Zeiten

jedoch ein Ziel: gemeinsam den Wassersport auszuüben. Die Zeiten der „großen“ sportlichen

Wettkampfaktivitäten haben sich mittlerweile auf den Wandersport verlagert. Diese Wurzeln

werden wir auch in Zukunft mit unseren Kindern pflegen, die regen Spaß und Freude an diesem

Sport entwickeln.

 

Bilderimpressionen
 


 

Verein in Zahlen 

Altersstruktur

 

         0-10 Jahre          10 Mitglieder

       11-20 Jahre            9 Mitglieder

       21-40 Jahre          32 Mitglieder

       41-60 Jahre          25 Mitglieder

       61-99 Jahre          36 Mitglieder

 Durchschnittsalter:

 44 Jahre

 Die 1. Vorsitzenden der Wasser-Sportfreunde Aachen e.V. in chronologischer Reihenfolge

 

1953 - 1968 Karl Specht    

1968 - 1972 Fred Godding

   
1972 - 1976 Heinz Kalthöfer    

1976 - 1981 Lutz Rademacher

   
1981 - 1983 Karl Fallais

1983 - 1993 Doris Pifer

1993 - 1996 Herbert Berners

1996 -          Norbert Kalthöfer

 
 
   
   
   
   

 

IMPRESSIUM

redaktioneller Teil    Susanne Hallmann

                                Inge Hallmann

                                Willi Crombach

Layout                      Katja Nießen 

Weblayout                Michael Flachskampf